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Gut, gut, ich gebe es zu. Ich habe Soziologie studiert. Jahrelang. Und ja: ich habe diskutiert. Ich hatte kurze blonde Haare, eine schwarze Lederjacke, und ich war auf Demos. Für die Hafenstrasse und gegen den Golfkrieg. Ich habe Bücher gelesen, mit so Namen wie “Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit” und „Legitimationsprobleme im Spätkapitalismus“ .Ich kenne den Methodenstreit, Adorno, Marx und Simmel – Georg, nicht Johannes Mario. Ich habe nebenher wichtige politische Arbeit geleistet, ohne die ich vielleicht weniger Spaß am Studium gehabt hätte. Meine Oma und alle haben natürlich gefragt, was ich mal damit werden wolle. Doch wie sollte ich das den Nonsoziologen denn beibringen?

Ein Versuch: Ich kann mir unter Streuung, Gauß’scher Normalverteilung und Korrelationskoeffizienten etwas vorstellen . Ich habe geforscht und veröffentlicht (Ich habe jetzt eine wirklich fundierte Meinung zu Armut, fragen Sie nur). Und nicht zuletzt: ich habe einen guten Abschluss. Jahaa! Ich bin Magistra Artium – kein Schreibfehler sondern das einzig feministische am Fachbereich, wenn man das überhaupt so nennen kann. Mein politisches Engagement hat mir zu einem nicht zu verachtenden Stipendium verholfen und damit zu einem 15monatigen Auslandsstudium in England. Mein Nebenhergearbeite als Lehrerin ist Gold wert. Die Zeit die ich in Gremien jeglicher Art verbracht habe, hat mir wirklich gezeigt, wie der Hase läuft.

Aber warum ausgerechnet Soziologie? Das ist schnell berichtet: Nach vier Jahren technischen Zeichnens war mir einfach nach etwas mehr. In meiner Eigenschaft als Arbeitnehmervertreterin hatte ich mich wohl etwas zu sehr aus dem Fenster gehängt und meine Zukunft in diesem klimaanlagenherstellenden Familienbetrieb war mir sehr klar und eindeutig ablehungswürdig. Alles war besser, sogar Soziologie. Und ich muss sagen, ich habe es nicht bereut, rien de rien.

68er Guru Adorno sagt, das Ganze spiegele sich im Detail wider. Wenn man also sich nur gründlich genug mit dem Detail befasst, und das Ganze dann beobachtet, erkennt man viele Wahrheiten. So ‘ne Art Induktion. Und das stimmt: Bestimmte Mechanismen findet man immer und immer wieder in ganz unterschiedlichen Lebensbereichen.

Die Frau vom Arbeitsamt sagte, Soziologen müssten sich ihren Arbeitsplatz erarbeiten. Und das stimmt auch. Ohne Praktika und ein berufliches Ziel vor Augen führt diese Studium umgehend in den Taxifahrersitz. Mein Ziel war immer die Kommunikation: rangehen, ansehen, zuhören. Richtig, hier habe ich mich auch nicht verschrieben. Kommunikation fängt mit zuhören an. Ich will immer alles wissen und ganz genau. So entwickle ich eine neue Strategie um das, was gesagt werden muss, passend abzuliefern. So dass es gehört wird, nämlich.

So, jetzt wissen Sie bescheid. Über mich, mein expertmanagement, Kommunikation und die Soziologie – im besonderen und im allgemeinen.

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A day in Orgiva. The weather gods had forecast rain and cold 14°C, but the sun shines and it is warm. I jump off my friends big red friendly car and fall right into the open arms of José.

We sit down and have a coffee. José is a painter from Mexico and is especially interested in the native Mexican “autóctono” symbols, myths, art and traditions. After two years of University he decided that academic painting was just not his thing and returned to his root, the Nayarit soil. He spent three years living with Aztec tribes Cora and Huichol and absorbed everything about their way of life.

His ever-returning theme is germination. Germination in all its meanings with all its vital colours. José’s drawings just radiate with pink, orange, purple and all shades of fertility. His colours are rich, the shapes simple. There is no deep intellectual truth hidden in them you just feel the pictures. Just feel.

As a child he was fascinated by he colours of the crop and he fertility of the earth. He knew he wanted to work with this. But how? One day, he was a still a young boy, the train passed through his village. It was the early sixties and hippies had just begun to travel Mexico. And on the very last car sat one of them. He must have been an artist, and when the train passed, a bunch of loose drawings flew off the train and twirled freely trough the air. The train passed, grew smaller and smaller, the wind died down, the papers came swinging to the ground, one by one. José picked one up. It was -he didn’t know the name then- some psychedelic drawing and it rather impressed him. “That’s what I am going to do.” He said with the paper in his hand, “I am going to be a painter!”

And now he IS a painter, sitting in front of me in a café in Orgiva, on a warm (almost) spring day, smiling and full of life. He is a special man and he is an expert. I am happy to have found him. And although I may not have an immediate idea how to help him in his mission, we both agree we want to work together.